Pierre Cardin, das jüngste von sieben Kindern ist in Italien geboren und aufgewachsen. Eigentlich soll er sich der Familientradition nach, dem Weinhandel widmen. Aber die Weltgeschichte will es anders. Kurz vor Kriegsende flieht er nach Paris, wo er als Modezeichner anfängt. Seine Entwürfe sind schon so erfolgreich, dass er 1947 eine Stelle bei Christian Dior antritt. Dort revolutioniert er mit dem „New Look“ für Frauen. Weite Röcke, schmale Taillen und Schultern machen ihn zu einem der Vorreiter der futuristischen Mode. Pierre Cardin bemüht sich Haute-Couture für die Alltäglichkeit zugänglich zu machen. Hochwertige Prêt-à-Porter Kollektionen für ein breites Publikum werden zu seinem Markenzeichen. Außerdem ist Pierre Cardin einer der ersten Modemacher, der Linien für Männer designt. Trotz der Affinität für die Masse kreiert der Modeprimus nach wie vor Einzelstücke der Haute Couture für den Laufsteg. Eine explosive Demonstration seiner Kreativität ist die Modeschau durch die Sanddünen der heißen Wüste Chinas.
Pierre Cardin Mode
Pierre Cardin, der Mann mit dem „Goldfinger
Im Großen und Ganzen kann man Cardins Lebenswerk so zusammenfassen: Was er anfasst wird zu Gold. Seine bahnbrechende Idee, die Marke für das Lizenzgeschäft zu nutzen wird zum Riesenerfolg. Auch heute noch! „Ich bin nie mit der Mode gegangen. Ich habe sie gemacht“ sagt der Schöpfer. Viele der legendären Outfits von James Bond oder von den Beatles haben seine Handschrift. Die Marke Cardin steht übrigens längst nicht mehr nur für Mode. Armbanduhren, Tisch-, Bett- und Frottierwäsche, Porzellan, Keramik, Essbestecke, Möbelstoffe, Transistoren, Plattenspieler und sogar Autos tragen seinen Namen. 2007 ist Mode-Guru Cardin Inhaber von 800 Firmen in 180 Ländern mit rund 200.000 Mitarbeitern, 850 Lizenzen, 18 Restaurants und vier Theaterhäuser. Seine Schlösser, Schiffe und Hotels lassen sich so leicht nicht mehr aufzählen.
Pierre Cardin, Ehrensache
Und was macht diesen Moderiesen noch unsterblich? Pierre Cardin hat die Rechte an seiner Marke nie verkauft. Angeblich hat er auch nie Schulden aufgebaut, womit er fast zum UFO zwischen den Modemachern wird. Nebenbei ist er auch in Sachen Qualität recht penibel. Die Einhaltung strenger Qualitätskriterien ist für Pierre Cardin eine Grundvoraussetzung für das Schaffen. Ein Mann, ein Wort!
Bei der Präsentation der Frühling-/Sommermode 2011 kann der Dienstälteste der Modebranche wieder voll punkten. Die Frauenkollektion ist stark und absolut verrückt. Aufgesetzte Prinzessinnenkleider mit Schleifen und Volants in Pink oder Türkisblau machen Furore. Wer denkt, die Männer kommen konventioneller davon, irrt. Gelbe Pullis mit gelben Socken geben grauen Sakkos und viel zu kurzen Anzugshosen den nötigen Pepp.


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